Upcycling-Workshop am Otto-Hahn-Gymnasium Göttingen inspiriert Schüler zum Umdenken in Mode und Nachhaltigkeit

30.06.2026.

Intro: Wie können alte Kleidungsstücke in etwas Neues verwandelt werden? Welche Auswirkungen hat Fast Fashion auf Menschen und Umwelt? Dies waren einige der Fragen, die von den Schülern während des Upcycling-Workshops am Otto-Hahn-Gymnasium Göttingen untersucht wurden, der im Rahmen des Erasmus+-Projekts UpSpace organisiert wurde.

Der Workshop brachte 17 Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 10 zusammen und verband Umweltbildung mit kreativen, praxisnahen Lernerfahrungen. Unter der Anleitung von Catherina Rust vom Regionalen Umweltbildungszentrum Reinhausen (RUZ) untersuchten die Teilnehmenden die Umweltfolgen der Textilproduktion und des Konsums, während sie praktische Fähigkeiten im Reparieren, Umgestalten und Wiederverwenden von Kleidung und Stoffen entwickelten.

Das Programm begann mit einer Erkundung von Fast Fashion und Konsumverhalten. Die Schülerinnen und Schüler reflektierten ihren eigenen Kleidungsverbrauch und lernten die Umweltwirkungen der Textilproduktion kennen, einschließlich Ressourcenverbrauch, Wasserverbrauch, Energiebedarf und Verschmutzung. Durch Diskussionen und Lehrmaterialien erhielten die Teilnehmenden ein tieferes Verständnis der globalen Herausforderungen, die mit der Modeindustrie verbunden sind.

Im zweiten Schritt untersuchten die Schülerinnen und Schüler die Produktionsprozesse verschiedener Textilmaterialien, darunter Baumwolle, Polyester und Wolle. In Teams recherchierten sie die Herkunft, Eigenschaften und Umweltfolgen verschiedener Fasern und präsentierten ihre Ergebnisse ihren Mitschülern. Diese Aktivität verdeutlichte die Komplexität der textilen Lieferketten und die Bedeutung informierter Konsumentscheidungen.

Der praktische Teil des Workshops konzentrierte sich auf kreatives Upcycling. Die Teilnehmenden brachten alte Kleidung und Textilmaterialien mit und erkundeten Möglichkeiten, ihnen ein zweites Leben zu geben. Nach der Herstellung von Kissen aus alten T-Shirts als Einstiegsaktivität entwickelten die Schülerinnen und Schüler eigene Projekte mit Techniken wie Nähen, Sticken, Stricken, Reparieren und Umgestalten. Sowohl individuell als auch gemeinsam verwandelten sie weggeworfene Textilien in nützliche und dekorative neue Produkte, darunter Taschen aus alten Jeans, reparierte Kleidungsstücke und individuell gestaltete textile Kreationen.

Ein besonders eindrucksvoller Teil des Workshops war ein Dokumentarfilm über Textilabfälle in Ghana, einem der weltweit größten Importeure von Second-Hand-Kleidung. Der Film zeigte, wie die Überproduktion der globalen Fast-Fashion-Industrie zu wachsenden Umwelt- und Sozialproblemen in vielen Teilen der Welt beiträgt. Die Schülerinnen und Schüler diskutierten diese Themen und erarbeiteten praktische Lösungen basierend auf den Prinzipien der 6Rs: Refuse, Rethink, Reduce, Reuse, Repair und Recycle.

Der Workshop endete mit einer öffentlichen Ausstellung am Otto-Hahn-Gymnasium Göttingen während der offiziellen Abschlussveranstaltung der Projekttage. Die Schülerinnen und Schüler präsentierten stolz ihre upgecycelten Produkte vor Mitschülern, Lehrkräften und Besuchern, erklärten die Ideen hinter ihren Projekten und diskutierten nachhaltigen Konsum und Abfallvermeidung.

Das Feedback der Teilnehmenden war überwältigend positiv. Besonders geschätzt wurde die Kombination aus Theorie und Praxis, die Möglichkeit, eigene kreative Ideen zu entwickeln, und die Chance, neue praktische Fähigkeiten zu erlernen. Viele berichteten, eine neue Perspektive auf weggeworfene Kleidung gewonnen zu haben und erkannten, dass Textilien oft repariert, umgestaltet oder wiederverwendet werden können, anstatt weggeworfen zu werden.

Der Upcycling-Workshop am Otto-Hahn-Gymnasium Göttingen zeigte eindrucksvoll, dass Nachhaltigkeit sowohl praktisch als auch kreativ sein kann. Durch die Verbindung von Umweltbildung, Handwerk und praxisorientiertem Problemlösen befähigte das Projekt junge Menschen, bewusster zu konsumieren und aktiv zu einer ressourceneffizienteren und nachhaltigeren Zukunft beizutragen.






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